Auch im zweiten Jahrgang haben alle Schüler erfolgreich die Prüfungen bestanden. 14 Schüler legen ihr Abitur ab, 5 Schüler die Mittlere Reife. Die Aufbauphase und damit die Anerkennung durch die „Vollbezuschussung ist geschafft. Die Schule plant einen Erweiterungsbau um angemesse Räume für die Prüfungsvorbereitungen zu schaffen. Erste Spendengelder wurden in einer großen Spendengala 2013 mit Kunstauktion eingeworben.
Die Freie Waldorfschule Rosenheim entlässt den ersten Jahrgang. Sieben Schüler legen erfolgreich die Abiturprüfungen ab, 6 Schüler verlassen die Schule mit der Mittleren Reife.
Die staatliche Vollbezuschussung hingegen lässt noch auf sich warten. Erst wenn zwei Jahrgänge erfolgreich die Prüfungen abgelegt haben, erhält die Freie Waldorfschule Rosenheim die sogenannte „Vollbezuschussung“ von staatlicher Seite – d.h. ca. 60 % der laufenden Kosten werden übernommen.
Der 3. Bauabschnitt mit der Aufstockung des Schulgebäudes um ein Stockwerk ist beendet. Erstmals bereiten sich die Schüler der 13. Klasse auf die staatlichen Abschlüsse Abitur und Mittlere Reife vor.
Die Schule ist auf 6 Klassen mit ca. 150 Schülern angewachsen.
Nach langer Suche entschließt sich die Initiative ein ehemaliges Möbelhaus, mit tatkräftiger Unterstützung der Elternschaft zur Schule umzubauen.
Der Schulbeginn wird vorbereitet. Mit Unterschützung der Stadt Rosenheim finden sich in der Sedanstraße erste provisorische Räumlichkeiten. Die Rosenheimer Waldorfschule wird als 169. in den „Bund der Freien Waldorfschulen Deutschland“ aufgenommen.
Am 14. September 1999 – fast 10 Jahre nach der Vereinsgründung – kann endlich eine erste Klasse beginnen. Die Eltern gehen finanziell in Vorleistung – die Schule muss in den ersten vier Jahren völlig ohne staatliche Zuschüsse auskommen.
Nach Petitionen im Bayerischen Landtag signalisierte das Kultusministerium Verhandlungsbereitschaft. Bei einem „runden Tisch“ im Ministerium wurde der Waldorfinitiative die Genehmigung zur Schulgründung zugesichert.
Das Kultusministerium legt fristgemäß Berufung ein.
Überraschung selbst für Optimisten: Das Verwaltungsgericht München gibt dem Rosenheimer Anliegen in allen Punkten Recht.
In aussichtsloser Lage entschließt man sich – unterstützt vom „Bund der Freien Waldorfschulen Deutschland“ – zum Rechtsstreit, um die Angelegenheit zu klären. Dauer und Ausgang des Prozesses waren völlig ungewiss. Die Kinder der Gründungseltern waren längst schulpflichtig geworden. Spätestens jetzt wurde den Eltern der Gründungsinitiative klar, dass sie Pionierarbeit nicht für ihre eigenen Kinder, sondern für künftige Generationen von Waldorfschülern leisten würden.
Gründungsverbot aus dem Kultusministerium: Es besteht kein besonderes pädagogisches Interesse an einer weiteren Waldorfschule. 14 Waldorfschulen in Bayern sind dem Ministerium genug. Man sucht das Gespräch, führt Verhandlungen. Ohne Ergebnis.
Junge Eltern, vor allem aus dem bestehenden Waldorfkindergarten Samenkorn, gründen den „Förderverein Freie Waldorfschule Rosenheim e.V.“ Es werden positive Kontakte zur Stadtverwaltung geknüpft, Beratung wird gesucht, ein Lehrerkreis gebildet, eine Elternschule eingerichtet und neue Mitglieder werden gewonnen.