




Grundverständnis
Das Zwergenstübchen im Hollerbusch ist ein liebevoller Ort für Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren – das Jahr vor dem Übergang in den Kindergarten. Hier finden die Kleinsten einen Raum, der auf ihre speziellen Bedürfnisse abgestimmt ist. In einer sicheren und warmen Umgebung dürfen die Kinder ankommen, spielen und erste Erfahrungen außerhalb ihrer Familie sammeln.
Dieses Jahr dient als sanfte Übergangszeit, in der die Kinder Vertrauen aufbauen, Beziehungen entwickeln und innere Sicherheit finden können. Ein klarer Rhythmus, wiederkehrende Abläufe und eine verlässliche Begleitung bieten Orientierung und Geborgenheit.
Pädagogische Haltung und Entwicklungsbegleitung
Im Zwergenstübchen begleiten wir die Kinder achtsam und respektvoll in ihrer Entwicklung. Wir glauben, dass Lernen durch eigenes Tun entsteht. Die Kinder dürfen selbst aktiv werden, ausprobieren, nachahmen und Erfahrungen sammeln.
Im Alltag fördern wir die Selbstständigkeit der Kinder – vom An- und Ausziehen über das Mithelfen beim Essen bis hin zu ersten Schritten auf dem Weg zur Toilette und dem Mitwirken bei kleinen Alltagshandlungen.
Wir ermutigen die Kinder, Dinge eigenständig zu tun – ohne Zeitdruck und ohne Überforderung. Pflege, Essen, Anziehen und Übergänge sind für uns wertvolle Momente der pädagogischen Begleitung, die Orientierung bieten, die Beziehung stärken und Sicherheit im Tagesablauf geben.
Freispiel, Sinnespflege und Angebote
Ein großer Teil des Vormittags gehört dem Freispiel. Die Kinder wählen selbst, womit sie sich beschäftigen möchten, und folgen ihren eigenen Impulsen. Sie entdecken Materialien, bewegen sich, beobachten andere Kinder und probieren Neues aus.
In das Freispiel fließen altersgerechte Angebote ein, wie freies Malen, erste gestalterische Erfahrungen und kleine Angebote zur Sinnespflege. Ruhige Rituale, sanfte Berührungen oder Wahrnehmungsangebote unterstützen die Körperwahrnehmung und helfen den Kindern, sich in ihrem eigenen Körper zu spüren.
Auch einfache handwerkliche Tätigkeiten wie das Kneten mit Bienenwachs, das Bearbeiten von Teig oder das Mithelfen beim Backen fördern die Feinmotorik und Handkoordination und lassen die Kinder ihre eigene Wirksamkeit erleben.
Beim Frühstück und bei der Zubereitung von Speisen helfen die Kinder altersgemäß mit – sie greifen, schütten, rühren oder formen und sammeln wertvolle Erfahrungen.
Alle Angebote bleiben bewusst offen. Es gibt kein festes Programm und keine vorgegebenen Ergebnisse. Die Inhalte richten sich nach dem Entwicklungsstand und den Bedürfnissen der Kinder.
Eingewöhnung
Die Eingewöhnung wird individuell und bindungsorientiert gestaltet. Unsere pädagogischen Fachkräfte begleiten die Kinder behutsam und übernehmen frühzeitig die Rolle der verlässlichen Bezugsperson.
Schritt für Schritt werden die Kinder in den neuen Alltag eingeführt. Sobald Vertrauen aufgebaut ist und das Kind sich sicher fühlt, wird die Trennung ruhig und klar gestaltet.
Die Eltern werden im Vorfeld über den Ablauf, unsere Haltung und ihre Rolle während der Eingewöhnungsphase informiert.
Tagesablauf
Der Tag im Zwergenstübchen folgt einem ruhigen, wiederkehrenden Rhythmus. Diese Struktur gibt den Kindern Sicherheit und Orientierung.
Bringzeit:
7:30 bis 8:30 Uhr. Danach ist das Zwergenstübchen geschlossen, damit die Kinder in Ruhe ankommen können.
Freispiel und Angebote:
Der Vormittag beginnt mit Freispiel. Die Kinder wählen ihre Tätigkeiten selbst und können an altersgerechten Angeboten teilnehmen.
Aufräumen und Pflegezeiten:
Gegen 9:20 Uhr räumen wir gemeinsam auf. Danach folgen Pflege-, Wickel- und Toilettenzeiten, die ruhig und individuell gestaltet werden.
Morgenkreis:
Ein kleiner Morgenkreis mit Begrüßung, Liedern und einfachen Ritualen begleitet uns in den Tag.
Zwergenfrühstück:
Beim gemeinsamen Frühstück helfen die Kinder altersgemäß mit.
Anziehen und Gartenzeit:
Das Anziehen in der Garderobe ist ein bewusster Moment, in dem die Kinder viel selbst tun können. Danach gehen wir, je nach Wetter und Befinden der Kinder, in den Garten. Wie lange wir draußen bleiben, richtet sich nach den Bedürfnissen der Kinder.
Mittagessen und Ausklang:
Nach der Gartenzeit folgt das Mittagessen. Danach gibt es eine ruhige Zeit zum Ausklang, zum Beispiel in der Kuschelecke mit einem kleinen Buch oder einer Geschichte.
Abholzeit:
12:00 bis 12:20 Uhr. Um 12:30 Uhr schließt das Zwergenstübchen.
Pflege, Wickeln und Toilettengang
Pflege- und Wickelsituationen gestalten wir ruhig, achtsam und respektvoll. Wir achten auf die Intimsphäre und die Würde der Kinder. Der Übergang von der Windel zur Toilette erfolgt in enger Absprache mit den Eltern und in dem Tempo, das für jedes Kind passt – ohne Druck.
Organisatorischer Rahmen
Das Zwergenstübchen ist von Montag bis Donnerstag geöffnet. Freitags bleibt es geschlossen. Eine Nachmittagsbetreuung ist nicht vorgesehen. Eine Ferienbetreuung bieten wir ab dem dritten Lebensjahr und nach abgeschlossener Eingewöhnung an.
Ziel unserer pädagogischen Arbeit
Unser Ziel ist es, den Kindern einen sicheren, rhythmischen und verlässlichen Rahmen zu bieten, in dem sie ankommen und sich entwickeln können. Sie sollen Vertrauen in sich selbst, in andere Menschen und in ihre Umgebung gewinnen. Auf dieser Grundlage bereiten wir sie behutsam auf den späteren Übergang in den Kindergarten vor.